Ernten und genießen was man selbst angebaut hat – das macht glücklich und zufrieden.

Kleingärten mit ihrer Vielfalt von Gemüse, Kräutern, Obst, Nüssen und Heilpflanzen haben schon immer, überall auf der Welt, Menschen mit gesunder, vitaminreicher Nahrung & Medizin versorgt.

Mein eigenes Obst & Gemüse anzubauen hat mich Geduld & Vertrauen gelehrt – in die Natur, aber auch in mich selbst. Mit viel körperlicher Arbeit, Fleiß & Geduld gelingt es mir inzwischen unseren Bedarf zu einem großen Teil aus meinem Gemüsegarten zu decken.

Angefangen habe ich 2016 unser Gemüse auf klassischen Beeten anzubauen, so wie auf dem nebenstehenden Bild zu sehen. Dabei habe ich mich an der ABC-Anbaumethode von Gertrud Franck orientiert und nach einem ausgeklügelten Plan, in Mischkultur angepflanzt. Hierbei sind die Gemüsesorten Jahr für Jahr über die Anbaufläche gewandert und haben den wertvollen Boden so nie ausgelaugt.

Das hat im Grunde auch ganz wunderbar funktioniert, war aber auch sehr arbeitsintensiv. Das allabendliche Absammeln der Nacktschnecken in gebückter Körperhaltung zum Beispiel oder auch Beikräuter jäten, ging ganz schön in den Rücken. Auf der Suche nach guten Alternativen wurde ich schnell auf das Thema Hochbeet aufmerksam. So habe nach einigen Jahren experimentieren im Anbau auf Hochbeeten, inzwischen meinen kompletten Gemüsegarten auf Hochbeete in unterschiedlichen Aufführungen umgestellt und den Anbau in klassischen Bodenbeeten aufgegeben.

Hochbeet – was ist das eigentlich genau?

Hochbeete können nicht nur ein optisches Highlight im Garten werden, sie können dem Gärtner auch die Arbeit enorm erleichtern da das anstrengende Bücken entfällt. Wenn man beim Bau darauf achtet, dass das Hochbeet nicht breiter als 1,20m bis max. 1,40m wird lassen sich alle Bereiche davon problemlos erreichen.

Es gibt viele Modelle schon fertig im Einzelhandel zu kaufen, doch bitte nicht mit einen erhöhtem Beet verwechseln. Schon oft habe ich solche Kisten bzw. Kästen auf Beinen im Einzelhandel und der Bezeichnung „Hochbeet“ gesehen und mich gefragt, ob ob die Schildersteller es nicht besser wussten oder ob da lediglich versucht wird, auf den aktuellen Hochbeet-Trend aufzuspringen? Egal wie, eine Pflanzkiste auf vier Beinen ist was sie ist und z.B. für Menschen im Rollstuhl ganz sicher eine tolle Möglichkeit eigenständig zu Gärtnern – nur eben kein Hochbeet!

Ein Hochbeet zeichnet sich durch seinen Bodenschluss, also dem Kontakt zum Erdboden und durch seinen speziellen Aufbau der einzelnen Bodenschichten aus. Der Kontakt zum Erdboden unter dem Hochbeet ist wichtig, damit z.B. im Hochbeet keine Staunässe entstehen kann und auch damit Kleinstlebewesen, Mikroorganismen & Regenwürmer von unten in das Hochbeet gelangen und natürlich auch wieder hinaus kommen, um sich in den tiefer gelegenen Bodenschichten vor Hitze oder auch Frost zu schützen.
Damit aber möglichst keine Wühlmäuse in die Beete gelangen, hat sich feinmaschiger Hasendraht als unterste Schicht in einem Hochbeet noch immer sehr bewährt.

Ich baue meine Hochbeet immer wie folgt auf:

  • Als erstes kommt eine ordentliche Schicht aus zerbrochenen Ästen, Zweigen, dicken Staudenstängeln als Drainageschicht, damit oben besagtes Regenwasser eben gut ablaufen kann, keine Staunässe oder gar Schimmel entstehen kann.
  • Als zweite Schicht nehme ich gerne abgestochene Grassoden, mit der grünen Seite nach unten, die sind wirklich ideal. Es geht aber auch gut mit Rasenschnitt, gemischten Gartenabfällen oder auch Stroh. Ruhig 15-20 cm dick.
  • Dann eine gute Schicht (ca. 5cm) gemischtes Laub, welches gut gewässert und gerne mit etwas Gartenerde, z.B. aus Kübeln, gemischt werden kann und dann wiederum ca. 5cm mit gutem Humus abgedeckt wird.
  • Darauf kann noch eine ca. 5cm hohe Schicht aus gut verrotteten Mist (Rind/Pferd/Schaf/Vogel) kommen. Wenn du den nicht hast oder nicht nutzen möchtest weil du vielleicht vegan lebst, kannst du diese Schicht auch weg lassen.
  • Wichtiger ist jetzt eine dicke Schicht (ca.15cm) Grobkompost und erst darauf kommt dann die oberste Schicht, welche aus feiner Komposterde und normaler Gartenerde gemischt wird.Alle Schichten wässere ich zudem mit Wasser, welches ich zuvor mit effektiven Mikroorganismen angereichert habe (EM-A).
  • Bereits bestehende Hochbeete betreibe ich dann als „Kompostbeete“ weiter. Hierfür fülle ich, nach jeder Ernte das Beet von oben wieder auf z.B. einmal jährlich mit einer dicken Schicht aus Laub und im Laufe der Saison, bringe ich auch fortlaufend mit frischen Rasenschnitt oder Ähnlichem eine Mulchschicht auf das Beet. So haben die Bodenlebewesen, meine fleißigsten & wichtigsten Mitarbeiter, immer frisches und ausreichend Futter und danken es mir mit einem wertvollen & aufgelockertem Boden.

Mit etwas Geschick kann man seine Hochbeete selber bauen und so den eigenen Bedürfnissen gut anpassen. Es gibt viele Materialien die sich für einen solchen Bau eignen. Ich habe inzwischen 10 Hochbeete in unterschiedlichsten Höhen, Breiten und Materialien.

Tipp: Auf die gleiche Art und Weise wie einHochbeet aufgebaut wird, also mit den unterschiedlichen Schichten und dem fortwährenden Auffüllen im Laufe der Zeit, kann man auch Hügelbeete in unterschiedlichen Größen und Höhen anlegen und sich so die Umrandungen sparen. Bei dem erhöhtem Windaufkommen hier bei uns an der Küste, haben sich allerdings Hochbeete als die geeignetere Form herausgestellt.